Ego-Shooter – oft diskutiert, nie verstanden

Das am meisten diskutierte Genre bei Videospielen ist definitiv der Ego-Shooter. Er wird von Politikern gerne herangezogen, um Videospiele für Gewaltbereitschaft bei jungen Menschen zu beschuldigen – gleichzeitig dient er aber der US Army als Rekrutierungstool, um neue Soldaten zu gewinnen. Ein zweischneidiges Schwert, über das vor allem in den Medien viele Unwahrheiten verbreitet werden.

Was ist ein Ego-Shooter?

Von einem rein semantischen Standpunkt aus betrachtet beschreibt das Wort „Ego-Shooter“ eigentlich etwas eher Positives. Es beschreibt, dass das eigene Ego beschossen wird – könnte also eine Praktik sein, bei der egoistisch veranlagte Menschen lernen, mehr auf andere zu achten. Dieses Missverständnis kommt aus dem falschen Verständnis der englischen Sprache – denn eigentlich sind es Spiele, in denen der Spieler sich ganz in die Rolle der Spielfigur begibt und das Spiel durch deren Augen erlebt, „First Person Shooter“, also „Shooter in der ersten Person“.

Der englische Name beschreibt auch ganz genau, um was es in den Ego-Shootern geht: darum, ein möglichst immersives Erlebnis zu haben. Der Spieler steuert nicht einfach nur eine Spielfigur, er ist die Spielfigur. Die wohl bekanntesten Spiele aus diesem Genre sind Counter Strike, Battle Field oder die Call of Duty-Reihe. Alle drei Spiele haben ein Kriegsszenario als Grundlage und entführen den Spieler auf Spielflächen, sogenannten Maps, die aussehen wie Städte aus Kriegsschauplätzen im Nahen Osten und anderen Krisengebieten.

Die Waffen, die dem Spieler zur Verfügung gestellt werden, sind ebenfalls sehr realistisch gehalten. Neben einem Messer gibt es diverse Pistolentypen, darunter auch eine Walter P99 (bekannt aus James Bond) oder verschiedene Modelle von Heckler und Koch. Bei den Sturmgewehren gibt es neben der AK47 auch das M4, mit dem die US Army ausgestattet ist, sowie das G35 von Heckler und Koch, das in der deutschen Bundeswehr verwendet wird.

Die erfolgreichste Reihe: Call of Duty

Zwar ist Counter Strike nach wie vor als der Ego-Shooter schlechthin bekannt, aber mit der Call of Duty-Reihe hat mit Activision einen Volltreffer gelandet. Das erste Call of Duty erschien 2003 für den PC, Apple Macintosh, PlayStation 3, Xbox 360 und das Nokia N-Gage, ein Versuch, Nokias Handy und Videospiele miteinander zu kombinieren.

Es folgte ein Add-On sowie achtzehn weitere eigenständige Spiele aus der Reihe, eines davon rein für Android-Handys und iPhones. Mit jedem Spiel wurde die Einzelspielerkampagne kleiner und das Spielgeschehen konzentrierte sich mehr und mehr auf Online-Multiplayer, also auf das Online-Spiel, bei dem Spieler aus der ganzen Welt gegeneinander antreten.

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